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Unternehmer unternehmen etwas

1995

Unternehmer unternehmen etwas

Ja, es kommt schon vor, dass Frank Pollmer auch sonntags im Büro ist. „Das muss sich ändern“, denkt er und fährt den Computer herunter. Zuhause warten Ehefrau Anke und sein 16jähriger Sohn Felix auf ihn. Aber als Unternehmer kreisen seine Gedanken fast immer um seine Firma, die er gleich nach der Wende gegründet hat. Seine halbe Abteilung ist damals mit ihm mitgegangen. Die Suche nach einem Investor für den VEB war erfolglos geblieben. Ihn und seine Kollegen hielt dort nichts mehr.

 

Frank Pollmer wird 1953 als erster von zwei Brüdern in Bischofswerda geboren. Hier in Schiebock, wie die ostsächsische Stadt von den Einheimischen liebevoll genannt wird, wächst Frank auf und legt 1971 sein Abitur an der Erweiterten Oberschule ab. Schon in der Jugend ist Frank ein begeisterter Schrauber und Löter, baut für die Schulband die Verstärker zusammen. Klar, dass er als Studienwunsch Elektoingenieur angibt. Doch vor dem Studium ist für die jungen Männer in der DDR der Grundwehrdienst in der Nationalen Volksarmee gesetzt. Frank muss sich „freiwillig“ für drei Jahre Armee verpflichten. Sonst, so legt man ihm nahe, wird das nichts mit dem begehrten Studium.

 

1974 bekommt er endlich den ersehnten Studienplatz an der TH Ilmenau. Hier lernt er auch Anke kennen. Mit viel Glück bekommen die beiden ein gemeinsames Zimmer im Wohnheim. Nach dem Diplom schickt Vater Staat die Familie – nun schon mit Sohn Felix – nach Dresden. Beide beginnen im VEB Elektroschaltgeräte Dresden ihre berufliche Laufbahn. Frank ist ein sehr guter Ingenieur und bringt es bis zum Abteilungsleiter.

 

Dann kommt das Jahr 1989 mit vielen Änderungen. Und Frank ergreift die Chance. Macht sich selbstständig mit einer Firma für Elektrotechnik. Die Sparkasse hilft mit Rat, Tat und natürlich auch mit Geld. Die Geschäfte laufen gut für das junge Unternehmen. Frank Pollmer befindet sich auf Wachstumskurs. Der Investitionsbedarf bei seinen Kunden ist riesig.

 

Nur fünf Jahre nach Unternehmensgründung muss Frank Pollmer expandieren, baut neu im Gewerbegebiet. Auch die günstigen Fördermittel – ausgereicht über die Sparkasse – haben ihn in diesem Beschluss bestärkt. Zum Glück interessiert sich auch Sohn Felix fürs Technische. Frank hat ihn schon öfters als Praktikant oder als Ferienjobber an die Firma herangeführt. Schließlich muss man ja an die Zukunft denken.