Wissenswertes zum Wald, zur Aufforstung und zur Baumpflanzaktion der Sparkasse

1. Wie sieht es in den sächsischen Wäldern aus? Warum ist eine Aufforstung so wichtig?

Klimatische Veränderungen, Stürme und drei Trockenjahre haben große Schäden an den Bäumen hinterlassen. Der Waldboden ist bis in tiefe Schichten ausgetrocknet. Selbst sehr große Bäume mit mächtigem Wurzelwerk haben Probleme, ausreichend Wasser zu bekommen. Auf entstandenen Kahlflächen will Sachsen klimastabilere Wälder begründen mit verschiedenen Baum- und Straucharten. Diese sollen baldmöglichst dafür sorgen, dass die Waldfunktionen wie Bodenschutz, Grundwasserschutz, Erholung und CO2-Bindung in Form von Holz wieder gewährleistet sind. Nicht zu vergessen, Holz ist einer der wichtigsten nachwachsenden Rohstoffe, der noch dazu sehr ökologisch erzeugt werden kann mit vielen positiven Folgewirkungen.

 

2. Gibt es durch den kalten Winter in diesem Jahr weniger Borkenkäfer?

Der Winter war nicht überdurchschnittlich kalt, sondern insgesamt 1,8 Grad wärmer als der langjährige Durchschnitt. Unabhängig davon übersteht der Borkenkäfer die Frosttage mühelos. Er hat eine Art Frostschutzmittel, das ihn bis minus 20 ° schützt.

 

3. Gibt es borkenkäferresistente Sorten?

Vom Borkenkäfer besonders befallen werden Nadelbäume. Es gibt immer wieder mal Einzelbäume, die nicht vom Käfer befallen werden. Resistente Sorten gibt es bisher nicht. Laubbaumarten, Weißtanne und Douglasie werden seltener vom Käfer befallen.

 

4. Wo wird die Sparkasse Bäume pflanzen?

Die Ostsächsische Sparkasse Dresden pflanzt zum Auftakt ihrer Jubiläumsaktion im März Bäume in der Dresdner Heide. Darüber hinaus sind Pflanzungen im Tharandter Wald und in der Schwepnitzer Gegend geplant.

 

5. Woher kommen die Setzlinge?

Die jungen Bäume kommen z.T. aus eigenen Baumschulen des Sachsenforsts und von privaten Baumschulen aus der Region. Nur wenige Pflanzen kommen aus anderen Baumschulen in Deutschland.

 

6. Wie lange braucht ein Baum, bis er ausgewachsen ist?

Der Wald wächst sehr lange und je nach Baumart auch sehr unterschiedlich. Es gibt bis zu 1000-jährige Eichen und Eiben in Deutschland, Rotbuchen können 300 bis 400 Jahre auf günstigen Standorten wachsen. Nadelbäume werden selten über 250 Jahre alt. Wenn sich ein Wald verjüngt, stehen oft 10.000 Bäumchen oder noch mehr auf einem Hektar. In einem Altbestand sind es dann oft nur noch 100 oder 200 auf der gleichen Fläche. Idealerweise stehen darunter jedoch schon wieder viele neue.

 

7. Wie viele Bäume passen auf einen Hektar?

Wenn neue Wälder angepflanzt werden, sind das meist 5000-6000 Bäume je Hektar. Oft säet die Natur noch Birken, Fichten, Ebereschen dazu.

 

8. Wie werden die Bäume nach dem Setzen gepflegt?

In den ersten drei bis fünf Jahren werden sie ein bis zweimal pro Jahr von verdrängenden Begleitwuchs befreit.

 

9. Falls es wieder so einen heißen Sommer gibt, werden die Bäume gegossen?

Gießen von neu angesetzten Setzlingen ist nur in Ausnahmefällen möglich. In diesem Frühjahr werden allein im Forstbezirk Dresden etwa 300.000 Pflanzen gesetzt. Wichtig sind gut bewurzelte eher kleine Pflanzen, die schnell anwachsen und natürlich viel Sorgfalt bei der Pflanzung.

 

10. Wie erfolgt eine Baumpflanzung?

Das ist in erster Linie schwere Handarbeit mit verschiedenen Forstwerkzeugen. Ein Waldarbeiter pflanzt etwa 300 bis 500 Bäume am Tag.

 

11. Wird durch moderne Technik nicht der Waldboden zerstört?

Meist wird moderne Technik in der Holzernte eingesetzt. Sie ersetzt etwa zehn Waldarbeiter mit Motorsäge und löst sehr schwere und vor allem gefährliche Arbeit ab. So eine Maschine hat spezielle Reifen, die den Bodendruck reduzieren. Wenn sie verantwortungsvoll eingesetzt wird, kann man auch waldschonend arbeiten.

 

12. Wie suchen Sie die Flächen dafür aus?

Sehr sensible Waldböden, z.B. Nassflächen werden nicht befahren, teilweise werden Rückepferde mit eingesetzt, um das Holz an die Wege zu ziehen.

 

13. Kann ich meinen gepflanzten Baum besuchen?

Die Bäume haben keine Nummern oder Namensschilder. Es werden mehrere Tausend auf einer Fläche gepflanzt.

 

14. Werden die Bäume niemals gefällt?

In einem Wald sterben in der Entwicklung hin zum alten Bestand ständig Bäume ab, in einem bewirtschafteten Wald kommt man dieser Entwicklung zuvor, indem man diese erntet. Ein Teil der Bäume wird irgendwann gefällt, damit die umstehenden besser und stabiler wachsen.

 

15. Wie viel CO2 entnimmt ein Baum der Atmosphäre?

Ein Hektar Wald kann in Deutschland pro Jahr durchschnittlich etwa 10 bis 12 Tonnen CO2 speichern, ein Kubikmeter gewachsenes Holz hat aus der Atmosphäre etwa eine Tonne CO2 gebunden. Es wird geschätzt, dass in deutschen Wäldern etwa 4,3 Mrd. Tonnen CO2 in der Biomasse lebender und toter Bäume gebunden sind.

 

16. Wie kann ich sichergehen, dass die Bäume wirklich gepflanzt werden?

Die ersten Setzlinge wurden Ende März von Sparkassenmitarbeitern mit Unterstützung des Sachsenforsts in der Dresdner Heide gepflanzt. Grundsätzlich werden die Bäume einem Waldort aus der forstlichen Einteilung zugeordnet. Noch nach Jahrzehnten ist nachweisbar, wo die Bäume stehen.